„Durch Mitarbeiterbeteiligung Unternehmen langfristig erhalten!“
Unternehmerische Unternehmensnachfolge ermöglichen, leistungsabhängige, schrittweise Beteiligung von Nachfolger und Belegschaft am Unternehmen, langfristiger Erhalt statt schnellem Exit – das sind die Eckpunkte des Modells, mit dem sich EterniTeam als neuer Player zwischen klassischem M&A, Management-Buy-In und Mitarbeiterbeteiligung am Markt positioniert. Damit will das Unternehmen das Nachfolgeproblem vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) lösen. Dass das Konzept Verkäufer überzeugt und funktioniert, zeigt das im Deal-Report unten beschriebene Beispiel der Dirk Winter Linther Fenster GmbH. Wir haben mit EterniTeam-CEO Matthias Wilrich über Rolle, Konzept und Ziel der „unternehmerisch Unternehmenskäufer“ gesprochen:
Was unterscheidet Ihr Nachfolgemodell von anderen Strategen und Investoren?
Matthias Wilrich: Die wichtigsten Differenzierungen sind die Einbeziehung von Nachfolgerin bzw. Nachfolger und Mitarbeitenden in die zukünftige Gesellschafterstruktur. So stellen wir eine echte unternehmerische Nachfolge sicher, und auch, dass die Leute, die das Unternehmen voranbringen, mit davon profitieren. Dann unser Erlösmodell: das Unternehmen wird nicht weiterverkauft, nicht herumgereicht und daher auch nicht kurzfristig „ausgepresst“ oder zwangsweise zusammengelegt. Wir als EterniTeam verfolgen eine langfristige, gesunde Wachstumsstrategie und lassen uns vom Unternehmen selbst langsam wieder herauskaufen. Das ist dann auch der dritte wichtige Aspekt: am Ende gehört das Unternehmen wieder zur überwältigenden Mehrheit der Unternehmerin bzw. dem Unternehmer und den Mitarbeitenden.
Welche Art von Unternehmen fokussieren Sie?
KMU mit einer EBIT-Bandbreite von 300.000 bis 2 Millionen Euro. Wir akquirieren nur etablierte, regional verankerte und einigermaßen spezialisierte Unternehmen mit einer greifbaren Dienstleistung, denn wir wollen diese weder umkrempeln noch neu erfinden. Die Kriterien, nach denen wir auswählen, sind vielfältig. Wichtig ist, dass Unternehmen uns in ihrer Gesamtheit überzeugen und nicht nur mit ein, zwei Reizen locken.
Warum ist es gerade in Deutschland so schwierig, Nachfolger zu finden?
Es gibt eindeutig zu wenig Support für Nachfolgerinnen und Nachfolger. In Deutschland haben wir das Problem bisher so adressiert, als würde der Schritt ins (kleine) Unternehmertum dem Gang ins Casino mit dem gesamten privaten Ersparten entsprechen. Dabei ist die ideale Nachfolgelösung beispielsweise für einen soliden Handwerksbetrieb fachlich versiert und unternehmerisch motiviert, aber eben meistens eher risikoavers. Mit unserem Modell ziehen wir die richtigen Personen und Persönlichkeiten für eine langfristige, unternehmerische Perspektive an und keine temporären Statthalter-Profile, sehr zum Nutzen für die erworbenen Unternehmen. Wenn die Perspektive von Nachfolgerinnen und Nachfolgern ist, dass man in fünf Jahren wieder verkaufen muss oder dass man auf ewig nur bei 10-20 Prozent Anteilseigentum steht, dann wird das keine echten Unternehmerprofile anziehen.
Dazu kommt der Aspekt der Mitarbeiterbeteiligung: Quasi alle Beschäftigten werden auch Mitgesellschafter. Wenn das nicht Unternehmergeist und Verantwortung im Unternehmen erhält bzw. sogar noch erweitert und ausbaut, was dann?!
Wie finden Sie diese Unternehmertalente für die Nachfolge?
Unser eben beschriebenes Konzept ist sehr überzeugend. Wir haben über unseren derzeit mehr als 17.000 Bewerber großen Talent Pool in der Regel direkt nach Zeichnung eines LOI 100 bis 250 geeignete Bewerber im Blick. So sind wir gefühlt auf jede Nachfolge-Herausforderung schon ziemlich gut vorbereitet. Und, dafür sind wir dankbar und darauf sind wir stolz, es werden monatlich mehr begeisterte Talente, die wir kennenlernen dürfen.
Wie läuft die Übergabe konkret, was erwartet Verkäufer und Belegschaft?
Qualifizierte Unternehmensnachfolge heißt bei uns, dass wir uns nicht verstecken, aber auch nicht Star der Show sein wollen. Viele enabling functions – früher sprach man von Querschnittsfunktionen – übernimmt bei Bedarf am Anfang oder auch dauerhaft das EterniTeam, beispielsweise Marketing oder Recruiting. Die operativen Prozesse bleiben vollständig vor Ort, im Unternehmen. In der Praxis ist die Übergabe eine Kombination aus viel Interaktion zwischen Vorgänger und Nachfolger, unserer Koordination, einem strukturierten, fachthematisch gegliederten Übergabefahrplan sowie einfach die ganze Zeit Kommunikation und zwar in alle Richtungen. Idealerweise setzen sich Nachfolgerinnen und Nachfolger schon in der ersten oder zweiten Woche mit jedem Mitarbeitenden einmal zusammen. Dann kommen Kunden, Lieferanten, andere Partner. Kommunikation ist der Schlüssel zu einer guten Übergabe. Eine wichtige Rolle spielt oft auch der bisherige Inhaber. Er kann Brückenbauer sein, Lehrmeister und Mentor – je nach Wunsch und Stil des Unternehmers selbst.
Wie binden Sie die Mitarbeitenden Team in den Prozess ein?
Hier spielt die Nachfolgerin bzw. der Nachfolger natürlich eine große Rolle. Wir haben mehrere Ebenen der Einbindung: Die Verkündung der Nachfolge vor dem Team, die Vorstellung der Mitarbeiterbeteiligung, die Gespräche zur Zuteilung der Anteile für Mitarbeitende und danach die regelmäßige Kommunikation an die Mitarbeitenden als dann Gesellschafter. Sie sind eben nicht mehr ,nur‘ Belegschaft eines Unternehmens, das wir akquiriert haben, sie sind wirklich Mitgesellschafter. Wir feilen derzeit noch an einem Angebot zu Weiterbildung in genau diese Richtung. Jeder Mitarbeitende, den das interessiert, soll eine GuV lesen und verstehen können. Jeder soll verstehen können, wie die eigene Arbeit das Unternehmensergebnis positiv beeinflussen kann. Das zeigt sicher ganz gut unser Verständnis der zukünftigen, hoch wertschätzenden Einbindung.
Last but not least: Wie wichtig ist ein erfahrener M&A-Berater bei der Transaktion?
Sehr wichtig. Ein guter Berater coacht den Unternehmer bzw. Verkäufer. Dazu kommt eine neutrale, professionelle Einschätzung, welche Konditionen fair und marktgerecht sind. Und, nicht zuletzt, das richtige Erklären unseres Modells. Wir sind anders als die meisten, vielleicht alle derzeitigen Käufer. Wenn ein Berater unser Modell nicht versteht oder verstehen will, brauchen wir eine Transaktion im Grunde in 90 Prozent der Fälle gar nicht mehr weiterverfolgen. Wir hatten auch schon Fälle, in denen Verkäufer sich genau deswegen von ihrem Berater getrennt haben. Von concess-Partnern haben wir einen sehr guten Eindruck gewonnen. Unser Konzept wurde gut erklärt und verstanden. Die Erwartungen waren von Anfang an realistisch. Der Datenraum stand schnell und hatte vor allem viel vom benötigten Inhalt. Es wurde schnell herausgefunden, was welche Seite wünscht und was sie geben kann. Die Liste ginge noch weiter. Wichtig ist, dann einzugreifen, wenn es notwendig ist, aber auch Zurückhaltung, wenn das zielführend ist. Dazu, wann welche Rolle passte, hatten die con|cess Partner und wir bislang dieselbe Einschätzung. Das hilft allen Beteiligten.
Ratgeber Unternehmensverkauf