„Warum ein Unternehmensverkauf mehr ist als ein Deal“
Herr Schwenke, Sie bezeichnen sich – selbstbewusst und gleichzeitig sehr sympathisch – als „Senior M&A-Professional für den Mittelstand“. Was steckt dahinter?
Ich bin kein Quereinsteiger, sondern sozusagen ein klassisch ausgebildeter M&A-Fachmann. Ich habe sowohl den Prozess als auch die Finanzierungsseite von Transaktionen von der Pike auf gelernt und in den vergangenen fast 25 Jahren erfolgreich in der Beratung angewandt. Der Einstieg im M&A erfolgte als Experte für Akquisitionsfinanzierungen. Bei einer Strukturierung einer großen Transaktionsfinanzierung, die eng mit dem M&A Berater des Investors erfolgte, wurde meine Leidenschaft dann für die vielschichtige M&A-Beratung geweckt. Besonders die strategische Seite dieses Geschäfts hat mich sofort fasziniert. Unter anderem bei der UniCredit und bei Deloitte habe ich zahllose Mittelstandstransaktionen begleitet, darunter die Übernahme der GÜNTHER-Gruppe durch die METRO, den Verkauf eines Segmentes des Schweizer Dormakaba-Konzerns an die italienische Investmentgesellschaft Aliante oder die Übernahme der Gloryfeel GmbH durch die Bayer AG, um ein paar zu nennen. Die Vielzahl der beratenen Transaktionen gibt mir das nötige Handwerkszeug und Erfahrungsbreite für eine professionelle Beratung – es gibt vermutlich wenige M&A-Situationen, die ich noch nicht gesehen habe!
Was haben Sie bei aus diesen und anderen Transaktionen mitgenommen?
Mittelstandstransaktionen funktionieren oft nach dem „Climbing-the-ladder“-Prinzip, vom kleinen zum größeren mittelständischen Unternehmen, dann zum Konzern oder Finanzinvestor. Jede Ebene hat ihre eigenen Anforderungen, Dynamiken und Informationsbedarfe. Hier bin ich als M&A-Berater der Möglichmacher auf Augenhöhe und bei Bedarf der Übersetzer zwischen mittelständischer und Konzernlogik. Auch wenn es martialisch klingt, benutze ich gerne den Begriff der „Waffengleichheit“, nämlich zwischen mittelständischen Verkäufern und meist professionellen Käufern, also größeren Mittelständlern, Konzernen und Finanzinvestoren. Meine Rolle ist die des Sparringspartners, der den Transaktionsprozess strukturiert, professionalisiert und taktisch führt.
Was führt sie konkret als Partner zu con|cess?
Ich habe mich mit meiner Selbständigkeit sehr bewusst für den Mittelstand entschieden. Der Reiz liegt sowohl im Strategischen als auch im Persönlichen. Mittelstand bedeutet für mich, Menschen mitzunehmen, statt sich am Status zu orientieren, denn es geht insbesondere um Once-in-a-liftetime-Ereignis, also den einmaligen Fall ein Lebens- oder sogar Generationenwerk in gute Hände zu geben. Nicht immer nur um den besten Deal, sondern auch um das gute Gefühl und die Sicherung des Geschaffenen. Für con|cess als größtem M&A-Netzwerk im deutschsprachigen Raum habe ich mich ebenso sehr bewusst entschieden, denn wir haben alle dasselbe Verständnis von Beratung: wir legen Wert auf einen nachhaltigen, sauberen Transaktionsprozess und beraten ehrlich, professionell und persönlich. Ich bringe vor allem mein sehr breit aufgestelltes M&A- und Finanz-Knowhow sowie ein weitgefasstes Netzwerk mit ein und fokussiere insbesondere Mittelstandstransaktionen im oberen Bereich der Unternehmenswerte.
Ein Schwerpunkt Ihrer bisherigen M&A-Beratung lag im Bereich der Konsumgüter. Was ist das Besondere in diesem Sektor?
Der Consumer-Markt hat eine sehr hohe Geschwindigkeit, gleichzeitig wandeln sich die Marktmechanismen stetig, zum Beispiel durch E-Commerce oder neue Plattform-Modelle. Auch Konsumenten verhalten sich heute anders: Alters- oder Stilgrenzen verschwimmen, Marken müssen nachhaltig, digital und gleichzeitig innovativ sein. Dank dieser neuer Marktbedingungen skalieren so Start-ups schneller als etablierte Unternehmen, die sich entscheiden müssen, ob sie Innovationsspitze oder die breite Masse als USP haben wollen. Für die Akquisitionsberatung bedeutet all das: Auch wenn wir M&A-Experten immer sagen, dass wir für unsere Arbeit keine besondere Branchenkenntnis benötigen, gilt das bei den Konsumgütern nur bedingt. Hier ist explizites Sektorenwissen entscheidend.
Egal welche Branche: Haben Sie einen universellen Rat für nachfolgesuchende Unternehmerinnen und Unternehmer?
Da kann ich nur auf das kleine 1x1 der Nachfolgeberatung verweisen.: Wer sein Unternehmen verkaufen will, muss sich frühzeitig mit dem Thema befassen und für eine erste Standortbestimmung so früh wie möglich einen ausgewiesenen Akquisitions-Fachmann hinzuziehen. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, den Verkaufsprozess ein Jahr später zu starten als geplant und diese zwölf Monate zu nutzen, um das Unternehmen auf verschiedenen Ebenen zu optimieren. Mein Appell lautet generell: Ziehen Sie gerade bei diesen so wichtigen Entscheidungen und Prozessen wie der Regelung der Nachfolge und langfristigen Sicherung des aufgebauten Geschäfts, unabhängige, professionelle M&A-Beratung hinzu! Die Kosten dafür sind deutlich niedriger als der finanzielle Mehrwert, der durch Transaktions-Professionalität erreicht werden kann.
Ratgeber Unternehmensverkauf